Hof Faß – „Hier fühlen wir uns sauwohl“

Moin, mein Name ist Orilie und ich lebe seit fast fünf Jahren auf dem Hof Faß in Friedeburg. Hier in Ostfriesland ist das Hofleben ein Traum. In dem kleinen Hofladen können Milch, Eier und co. direkt vom Hof gekauft werden. Auch eine Milchtankstelle steht unseren Gästen zur Verfügung.

Dirk, Deborah, Leon und Lucas Faß haben hier alle Fäden in der Hand. Im Jahr 2013 haben sie sich dazu entschlossen zurück zu „mehr Bauernhof“ zu kehren. Die Eltern von Dirk hatten zuvor den Hof als reinen Milchviehbetreib geführt. Die beiden, Diedrich und Magrit, helfen auch immer noch tatkräftig mit. Seitdem hier alles „ein bisschen mehr wie früher ist“, steht unser Wohl und das der anderen Tiere noch mehr  im Vordergrund. In ihrem Hoflädchen verkaufen sie allerhand frische selbst hergestellte Produkte. Kartoffeln, Eier, Honig und ein großes Angebot an Fleisch können hier erworben werden. Hier läuft noch alles auf Vertrauensbasis. Die Waren können entnommen werden und das Geld wird in der Kasse hinterlegt. Glücklicherweise sind die meisten Käufer ehrlich und hinterlassen manchmal sogar noch ein paar Cent mehr. Mittlerweile konnten wir mit unserem Hof-Konzept sogar Veganer vom Fleischessen überzeugen. Eine Familie aus Neustadtgödens kommt extra mit dem Bus zu uns ins Lädchen und kauft bei uns ein. Qualität spricht sich eben rum! Unser Hof ist zwar nicht Bio-zertifiziert, aber meiner Menschenfamilie kommt es mehr darauf an authentisch, transparent  und regional zu sein. Auch ohne Zertifikat geht es uns hier hervorragend. Überzeugt euch doch einfach selbst und besucht uns einmal.

Der Hofladen: Hier wird sich noch selbst bedient

Früher hörte ich auf den Namen Schnitzel. Als meine Schweinefreunde Kotelett und Cordon Bleu, die gemeinsam mit mir auf den Hof kamen, den Hof verließen, durfte ich als Zuchtsau bleiben und erhielt den wundervollen Namen Orilie. Das ist mein sogenannter Zuchtname. Wir sind nämlich Mitglied im Verein „Bunte Bentheimer Schweine e.V.“, der sich für den Erhalt unserer alten Schweinerasse einsetzt. Seitdem genieße ich mein Sauenleben in vollen Zügen.

Nach 3 Monaten, 3 Wochen und  3 Tagen Tragzeit kamen vor 3 Wochen meine sieben Ferkel zur Welt. Die Rasselbande hält mich ganz schön auf Trab. Wir haben eine große Box gefüllt mit Stroh, in der wir uns gerne aufhalten. Bei schönem und auch nicht so schönem  Wetter genießen wir aber auch mal einen kleinen Rundgang über unser Auslaufgelände, zu dem wir sogar im Winter einen dauerhaften Zugang haben. Morgens zum Frühstück gibt es eine ordentliche Portion Getreide, zwischendurch bekommen wir aber auch mal Äpfel und Karotten. Die liebe ich ganz besonders!  Meine anderen, bereits großen Kinder leben mittlerweile in einer Gruppe auf einer Weide Richtung Etzel und fühlen sich da richtig wohl.

Wir sind aber nicht die einzigen Tiere auf dem Hof. In unmittelbarer Nähe unseres Stalles läuft eine kleine Gruppe weißer Fleischhühner im Freigehege. Manchmal treffen wir uns am Zaun und sagen kurz „Hallo“. Die Küken kommen mit ca. 2-3 Wochen zu uns auf den Hof und bleiben dann eine ganze Weile hier. Sie sehen wirklich drollig aus mit ihren auffällig großen Füßen. Wenn sie genug Auslauf hatten, legen sie sich auch mal in ihrer Blechhütte zur Ruhe. Sie sind kleine Schuhliebhaber und spielen am liebsten mit Schnürsenkeln. Was sie daran finden, verstehe ich auch nicht.

Ein paar Meter weiter sind unsere „Mädels“, die Milchkühe, zuhause. Im Winter stehen sie in einem großen Laufstall und im Sommer sind sie auf der Weide anzutreffen. Eine langjährige Bekannte von mir ist Leoni. Sie hat ihren Namen nach ihrer Geburt 2011 vom Sohn der Menschenfamilie (Leon) erhalten. Ihr Tag beginnt auch wirklich früh am Morgen. Zwischen 05.00 und 05.30 Uhr geht es zum Melken. Anschließend erhalten sie ein leckeres Frühstück aus Mais und Heu. Die Milch wird von einem Tanklaster der Molkerei abgeholt oder über die Milchtankstelle direkt auf dem Hof verkauft. Etwas neidisch bin ich auf die Musik, die den ganzen Tag bei den Kühen läuft. Ein großes Baustellenradio hängt mitten in ihrem Stall und spielt aktuelle Hits. Kein Wunder, dass die Mädels immer so entspannt und gut gelaunt sind.

Von den Freiland-Hühnern bekomme ich nicht ganz so viel mit. Sie laufen auf einer Weide, die sich etwas  vom Hof entfernt befindet,  in zwei großen Gruppen und haben einen alten umgebauten Anhänger zur Verfügung. Darin verbringen sie ihre Nächte und finden Schutz vor Jägern wie Füchsen und Habichten. Zum Glück haben ich und meine Truppe solche Probleme mit natürlichen Fressfeinden nicht. Tagsüber dürfen sie sich auf der Weide austoben, schachern, sandbaden, Insekten und Würmer suchen- was Hühner halt so machen.

Ihr merkt: Bei uns ist so einiges los. Wir freuen uns auf euch!

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