
Interview mit Maren Otto vom Magazin "fairkehr"
Das ist Maren:

Maren Otto ist Sprachwissenschaftlerin und seit anderthalb Jahren Volontärin bei der fairkehr Agentur für Nachhaltigkeitskommunikation. Sie lässt ihre Leidenschaft für Sprache in ihre Texte fließen und schreibt für das VCD-Magazin fairkehr über nachhaltige Mobilität und klimaschonendes Reisen sowie für das nachhaltige Reisemagazin Anderswo.
Ihren vollständigen Reisebericht “Wo Wind und Wellen um die Wette tanzen” findet ihr im VCD-Magazin und in unserem Reisemagazin Teetied.
1. Wie war dein Gesamteindruck von unserer gemeinsamen Pressereise durch Ostfriesland - Regenjacke inklusive?
Ich habe sehr viel gesehen und hatte leider nicht immer die Zeit, auch alles anzuschauen. Die gemeinsame Pressereise hat mir noch einmal verdeutlicht, was Ostfriesland alles zu bieten hat - für Radfans, Strandurlauber*innen und auch Kulturinteressierte. Gerade bei schlechtem Wetter kann ich die Sonderausstellung “Freiheit - mit Recht!” im Ostfriesischen Landesmuseum empfehlen. Mit Regenjacke bieten sich auch Besuche in den Küstenorten wie Greetsiel an, wo ein Schauer in einem der vielen Cafés überbrückt werden kann. Zur Zeit unserer gemeinsamen Pressereise war leider der Radweg zwischen Leer und Ditzum auf dem Deich gesperrt, weil die Schafsgitter erneuert wurden. Diesen wäre ich lieber gefahren, als an der Landstraße entlang und einige Dinge rund um meine Route blieben wegen der knappen Zeit unentdeckt. Ich muss wohl einfach noch einmal wieder kommen.
2. Welches Erlebnis oder welcher Ort bleibt dir besonders im Kopf - trotz (oder wegen) des Wetters?
Mir bleibt vor allem der Besuch der Sonderausstellung “Freiheit - mit Recht!” im Ostfriesischen Landesmuseum im Kopf, weil sie verdeutlicht, wie viele aktuelle Themen mit Freiheit zusammenhängen und durch verschiedene Mitmach-Elemente zum Nachdenken anregt. Trotz - oder tatsächlich sogar wegen - des Wetters bleiben mir auch zwei Orte besonders im Kopf: als ich bei Regen die Aussicht vom Aussichtsturm im Park der Gärten ganz für mich hatte und als ich in Norddeich am leeren Strand entlanggelaufen bin und Wind und Regen nur so tobten.
3. Wie gut kamst du mit Bus, Bahn, Rad und Wanderschuhen von A nach B? Hat alles reibungslos geklappt oder gab es Abenteuer?
Ich konnte nicht alle Strecken wandern, weil die Strecken zu lang gewesen wären für das schlechte Wetter. Also habe ich eine Mischung aus Wandern und ÖPNV draus gemacht und das hat gut geklappt. Mit der Bahn gab es nur einen Moment, in dem nicht deutlich war, dass der Intercity auch als Regionalbahn verkehrt - da hätte ich mir eine bessere Beschilderung gewünscht. Ich nutze viel die Öffentlichen Verkehrsmittel , aber gerade für Menschen, die das nicht tun, ist eine entsprechend auffallende Information am Bahnhof und in der digitalen Fahrplanauskunft wichtig. Außerdem habe ich gelernt, dass es besser ist, keine festen Termine mehr zu haben, wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist und noch eine Fähre zu erwischen hat - vor allem bei Regen. Insgesamt ist mir aufgefallen, dass der ÖPNV zwar selten kommt, dafür aber wirklich pünktlich ist.
4. Was hat dich in Sachen Nachhaltigkeit oder Naturerlebnis besonders überzeugt - vielleicht auch im Zusammenhang mit dem Weltnaturerbe Wattenmeer?
Mir sind vor allen die neuen Mülleimer im Park der Gärten und die vielen Infotafeln entlang der Wege an der Küste, zum Beispiel in Norddeich, in Erinnerung geblieben. In vielen Küstenorten gab es auch Nationalparkhäuser oder interaktive Entdeckerstationen rund um das Wattenmeer und seine Bedeutung. Die Informationen dort zu haben, wo man direkt sehen kann, was man liest - zum Beispiel auf dem Salzwiesenpfad in Cäciliengroden - schärft den Blick für die schützenswerte Region. Das stelle ich mir auch für Kinder besonders schön vor, gerade an Regentagen.
5. Wenn du einen Wunsch an den ÖPNV in Ostfriesland frei hättest: Was würdest du verbessern?
Ich würde mir eine bessere Beschilderung und transparente Information wünschen. Zum Beispiel beim gemeinsamen Verkehren des Intercitys nach Emden mit der Regionalbahn - am Bahnhof in Bad Zwischenahn muss man nach der Information suchen, wenn man sie nicht hat. Ähnlich war es auch mit den Schildern zum Bahnhof in Esens und Jever. Es gibt zwar Schilder, aber nur wenige und kleine, die den Weg zum Bahnhof zeigen. Hat man das Ziel nicht eh schon angesteuert und sich nach dem Weg erkundigt, läuft man nicht zufällig drauf zu und bekommt nicht die Chance, sich fürs nächste Mal zu überlegen, nicht doch die Bahn statt des Autos zu nehmen.
6. Und zum Schluss: Würdest du Ostfriesland anderen empfehlen, die klimafreundlich reisen wollen - und hast du vielleicht einen Tipp für künftige Besucher*innen?
Ich würde Ostfriesland auch anderen empfehlen, die klimafreundlich reisen wollen. Gerade in die Küstenorte gelangt man gut im Fernverkehr und Urlauberbus. Auch von Urlaubsort zu Urlaubsort fährt es sich gut. Kleinere Orte dazwischen könnten gut mit dem Fahrrad erschlossen werden. Allerdings empfehle ich allen, sich gut über die Zeiten zu informieren und damit zu planen, dass der nächste Bus vielleicht erst in zwei Stunden geht. Man sollte Ruhe mitbringen, offen dafür sein, eine Busfahrt auch als Tour durch die ostfriesische Landschaft zu sehen und vorab wissen, was wann, wo und wie lange noch fährt. Das gilt vor allem für die Nebensaison. Ich war in der Hauptsaison unterwegs und habe gute Erfahrungen gemacht, kann mir aber vorstellen, dass das Angebot das Jahr über auch unterschiedlich ist. Außerdem sind eine gute Regenjacke und Gummistiefel für den Schlick ein Must Have - die geibt es zur Not aber auch vor Ort.
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