
Neuer Kunstgarten in Dangast
Mit dem Kunstgarten wurde in Dangast ein Ort geschaffen, der Kunst, Natur und die Geschichte des Künstlerortes miteinander verbindet. Direkt am Ortseingang laden elf Skulpturen und sechs Bilder dazu ein, den Ort auf eine besondere Weise zu entdecken – mit wechselnden Werken aktiver Künstlerinnen und Künstler, die eine Verbindung zu Dangast haben. Geplant und umgesetzt wurde das Projekt von der Akademie Dangast Kunst & Natur e.V. – möglich gemacht durch die Unterstützung zahlreicher Partner, Förderer und Ehrenamtlicher. Wie die Idee entstand, warum der Kunstgarten als „Visitenkarte des Künstlerortes“ gedacht ist und wie er sich in Zukunft entwickeln soll, erzählen der Vorsitzende Dirk Janßen und Vorstandsmitglied Ingrid Funke im Interview.
Herr Janßen, wie entstand die Idee für den Kunstgarten?
Dirk Janßen: „Die ersten Überlegungen liegen schon einige Jahre zurück. Im damaligen Vorstand der Akademie entstand der Wunsch, wieder mehr für die aktiven Künstlerinnen und Künstler zu tun. Dangast hat eine große künstlerische Geschichte. Aber wir wollten zeigen, dass hier nicht nur früher Kunst entstanden ist, sondern auch heute noch.“
Frau Funke, warum fiel die Wahl auf den Standort am Ortseingang?
Ingrid Funke: „Uns war relativ schnell klar, dass der Kunstgarten die Visitenkarte des Künstlerortes Dangast werden soll. Wer in den Ort kommt, soll sofort sehen: Hier spielt Kunst eine besondere Rolle. Gleichzeitig lädt die Fläche dazu ein, einfach mal stehen zu bleiben, hindurchzugehen oder sich auf eine der Bänke zu setzen und aus verschiedenen Blickwinkeln die Kunstwerke auf sich wirken zu lassen.“
Welche Rolle spielen Natur und Landschaft?
Dirk Janßen: „Natur und Kunst gehören in Dangast einfach zusammen. Das war schon vor mehr als 100 Jahren so. Das besondere Licht am Jadebusen, die Landschaft und die Atmosphäre haben Künstler schon damals inspiriert. Diese Verbindung wollten wir im Kunstgarten wieder aufnehmen.“
Ingrid Funke: „Auch die Grünflächen waren uns wichtig. Es wurden heimische und überwiegend insektenfreundliche Pflanzen ausgewählt, die in die Landschaft passen. Gleichzeitig haben wir die Künstlerinnen und Künstler gebeten, das Thema Natur bei der Gestaltung ihrer Werke mitzudenken. So entsteht ein Ort, an dem Kunst und Natur zusammengehören.“
Nach welchen Kriterien wurden die Künstler ausgewählt?
Dirk Janßen: „Wir haben zunächst Künstlerinnen und Künstler eingeladen, die wir aus der Region kennen. Gleichzeitig gab es einen öffentlichen Aufruf. Uns war wichtig, den Radius zunächst klein zu halten – im Wesentlichen zwischen Varel, Wilhelmshaven und Oldenburg.“
Ingrid Funke: „Entscheidend war aber gar nicht unbedingt der Wohnort. Viel wichtiger war uns, dass die Künstler eine Verbindung zu Dangast haben. Manche leben hier, andere sind hier aufgewachsen oder verbringen seit vielen Jahren Zeit in Dangast.“
Ingrid Funke: „Entscheidend war aber gar nicht unbedingt der Wohnort. Viel wichtiger war uns, dass die Künstler eine Verbindung zu Dangast haben. Manche leben hier, andere sind hier aufgewachsen oder verbringen seit vielen Jahren Zeit in Dangast.“
Was erwartet die Besucher im Kunstgarten?
Dirk Janßen: „Die Vielfalt überrascht selbst uns immer wieder. Eigentlich war gar nicht geplant, dass die Ausstellung so unterschiedlich wird. Das macht es besonders spannend.“
Ingrid Funke: „Die Kunstwerke bestehen aus ganz verschiedenen Materialien – Holz, Metall, Stein oder auch ungewöhnlichen Werkstoffen wie recycelten Materialien. Dazu kommen ganz unterschiedliche Stilrichtungen: gegenständliche Skulpturen, abstrakte Arbeiten und farbenfrohe Installationen. Gerade diese Mischung macht den Kunstgarten lebendig.“
Was ist das Besondere am Konzept?
Dirk Janßen: „Wir stellen die Infrastruktur zur Verfügung und die Künstler bekommen die Möglichkeit, ihre Werke kostenlos an einer sehr prominenten Stelle zu präsentieren. Für uns und für die Künstler ist das eine Win-win-Situation.“
Ingrid Funke: „Die Werke bleiben zunächst für ein Jahr im Kunstgarten. Danach können sie durch neue Arbeiten ersetzt werden. So verändert sich die Ausstellung immer wieder und es gibt auch für Stammgäste regelmäßig Neues zu entdecken.“
Der Kunstgarten ist ein Projekt der Akademie Dangast. Trotzdem sprechen Sie von einem gemeinschaftlichen Projekt. Warum?
Dirk Janßen: „Die Idee kam zwar aus der Akademie, aber ohne die Unterstützung vieler Partner hätten wir sie nie umsetzen können. Die LEADER-Förderung, die Barthel-Stiftung und die Stadt Varel haben das Projekt überhaupt erst möglich gemacht.“
Ingrid Funke: „Dazu kamen viele Unternehmen, Ehrenamtliche und Unterstützer, die finanziell unterstützt haben oder ihr Fachwissen eingebracht haben. Wir hatten wirklich das Gefühl, dass viele Menschen gesagt haben: Das ist ein gutes Projekt, das möchten wir unterstützen.“
Dirk Janßen: „Eigentlich sind wir fast überall auf offene Türen gestoßen. Das hat uns während der gesamten Planungs- und Bauphase getragen.“

Vier Jahre von der Idee bis zur Eröffnung – warum hat das so lange gedauert?
Dirk Janßen: „Solche Projekte brauchen Zeit. Zunächst mussten viele formale Voraussetzungen geschaffen werden. Dann kam die gesamte Förderantragstellung hinzu. Allein der LEADER-Antrag war sehr umfangreich. Außerdem mussten viele Gewerke ausgeschrieben und zahlreiche Abstimmungen geführt werden.“
Ingrid Funke: „Als die Förderung Ende 2025 bewilligt wurde, konnte es endlich losgehen. Besonders schön war zu sehen, wie engagiert alle Beteiligten mitgearbeitet haben. Viele haben weit mehr eingebracht, als man erwarten konnte.“
Wie soll sich der Kunstgarten weiterentwickeln?
Dirk Janßen: „Der Kunstgarten soll kein statischer Ort sein. Wir möchten, dass hier regelmäßig neue Kunstwerke zu sehen sind und dass der Ort gelebt wird. Denkbar sind Führungen, Lesungen, kleine Konzerte oder Veranstaltungen für Schulklassen.“
Ingrid Funke: „Der Kunstgarten soll nicht nur für Gäste da sein, sondern genauso für die Menschen aus Dangast.“
Wer gerne ein Kunstwerk oder Bild im Kunstgarten ausstellen möchte, kann sich an die Akademie Dangast wenden (info@akademie-dangast.de).




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