Der verfluchte Schatz von Hesel

In den dunklen Wäldern Ostfrieslands spukt noch so mancher Geist aus dunkler Vergangenheit. Manche wachen über vergessene Kostbarkeiten, die im feuchten Waldboden vergraben liegen.

Zu später Stunde ist im Gehölz bei Hesel ein fürchterliches Wehklagen zu hören. Die Bewohner des kleinen ostfriesischen Dorfes erzählen sich seit Generationen die schauerlichsten Geschichten um einen Ritter, der beim Versuch einen verschollenen Klosterschatz zu heben, vom Pferd fiel und sich das Genick brach – aber nicht durch ein Unglück, sondern durch einen schrecklichen Fluch.

Es trug sich zu, das die vor dem Schwedenheer fliehenden Mönche des Heseler Klosters einen Münzschatz unter einem Baum vergruben, damit das Geld nicht den plündernden Truppen des Dreißigjährigen Krieges in die Hände fiel. Den Baum, unter dem sie den Schatz vergruben, markierten sie mit einem eingeritzten Kreuz, sodass sie die Stelle später wiederfinden könnten. Als dann viele Jahre später endlich Friede im Land herrschte, kamen zwei der Mönche zurück um den Hort zu heben, stellten aber fest, dass auf unerklärliche Weise alle Bäume mit einem Kreuz versehen waren. So sehr sie auch suchten – sie fanden die Münzen nicht. Vor Zorn über den Verlust sprachen sie da einen schrecklichen Fluch aus: “Wer ohne Recht den Schatz versucht zu heben, dem soll das Genick brechen und sein Geist soll verdammt sein, bis zum Jüngsten Tag ruhelos umherzuirren!“

So ist es wohl dem Ritter ergangen, der bis heute sein Wehklagen durch das Heseler Gehölz heulen lässt.

Der Abenteurer Tim von Lindenau erkundet Orte, die der Öffentlichkeit unzugänglich sind und veröffentlicht die entstehenden Dokumentationen in verschiedenen Verlagen und Medien. Auch in Ostfriesland gibt es unzählige verborgene Orte. Tim von Lindenau teilt seine Leidenschaft mit uns und nimmt Teetied mit auf seine außergewöhnlichen Exkursionen.

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